Hasenufer im Dezember 2014

 

Ungezählte Brände und Naturgewalten, denen die Menschen einzeln und unorganisiert hilflos gegenüber standen, zwangen auch in unserem Ort die Menschen zum Handeln. Am  1. Mai 1898 wurde in Hasenufer von verantwortungs-bewussten Mitbewohnern die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr, als erste der beiden bestehenden  Feuerwehren innerhalb der Gemeinde, beschlossen. Die Gründungsmitglieder waren Michael Obermaier, Matthias Grabmaier, Karl Deixler und Adolf Stadler.

 

Am 4. September 1898 fand die erste Jahreshauptversammlung statt. Adolf Stadler wurde zum Hauptmann und Michael Obermaier zu dessen Stellvertreter gewählt. Die Feuerwehr bestand aus 33 Mitgliedern.

 

„Am 14. September 1898 ereignete sich ein Brand in Hasenufer, bei welchem unsere Wehr von der Nachbarsfeuerwehr Traun aufs tatkräftigste unterstützt wurde“, heißt der erste Bericht über die neue Feuerwehr.

 

Nachdem vom Geyergut in Hasenufer Nr. 16 und vom Fischergut, Hasenufer Nr. 8, ein kleines Grundstück kostenlos abgetreten worden war, wurde ein Feuerwehrdepot errichtet.

 

Am 3. Februar 1901 wurde ein Protokoll verfasst „Über die Vereinigung der Musik mit der Freiwilligen Feuerwehr Hasenufer“.  

 

Foto: Mannschaft von 1914
Foto: Mannschaft von 1914

Bei der Versammlung am 10. Februar 1900 wurde  Karl Deixler, vulgo Fischer, am 7. Dezember 1902 Matthias Grabmair, am 3. November 1907 Ferdinand Aumaier zum Hauptmann gewählt.

 

In den Kriegs- und Nachkriegsjahren zwischen 1916 und 1920 finden sich keine Aufzeichnungen. Ab 04. Jänner 1920 scheint Ferdinand Stehrer, Wirt in Hasenufer, als Hauptmann auf. Ihr 25jähriges Gründungsfest feierte die Feuerwehr

Foto: Mannschaft vor dem Gasthaus Stehrer von 1920
Foto: Mannschaft vor dem Gasthaus Stehrer von 1920

Hasenufer am 6. Juli 1924 in Anwesenheit von zwölf auswärtigen Feuerwehren und unter Abhaltung einer Feldmesse.

 

Im Jänner 1929 wurde in Pucking ein Ball veranstaltet, zwei Schlitten, mit Pferden bespannt brachten die Feuerwehr-kameraden nach Pucking.

 

Am 11. November 1931 war die Übernahme der ersten Motorspritze  mit  7 1/2 PS durch die Feuerwehr Hasenufer. Am 12. Juni fand die Weihe der neuen Motorspritze in Hasenufer statt.

 

In der Generalversammlung vom 31. Dezember 1932 wurde Rudolf Grabmayr zum Wehrführer gewählt.

 

Am 17. April 1938 steht im Protokollbuch der FF Hasenufer: „Es wurde vom Landesverband ein Schreiben zugestellt, in dem es heißt, dass sämtliche freiwillige Feuerwehren aufzulösen sind, auch wurde der Verein mit obigem Datum aufgelöst, da uns durch die Auflösung Rechtspersönlichkeit zukommt.“ Die FF Hasenufer wurde durch das NS-Regime aufgelöst und mit der FF Pucking zusammengelegt.


Am 17. April 1938 steht im Protokollbuch der FF Hasenufer: „Es wurde vom Landesverband ein Schreiben zugestellt, in dem es heißt, dass sämtliche freiwillige Feuerwehren aufzulösen sind, auch wurde der Verein mit obigem Datum aufgelöst, da uns durch die Auflösung Rechtspersönlichkeit zukommt.“ Die FF Hasenufer wurde durch das NS-Regime aufgelöst und mit der FF Pucking zusammengelegt.


Die  einzigen   Eintragungen im  Protokollbuch   der  FF Hasenufer im Jahre 1948 lauten: „50jähriges Gründungsfest“ und „Am 5. Juli 1948 ein Auto gekauft“. Dieses „Auto“ war ein Armeefahrzeug, das von der amerikanischen Besatzung erworben und später zu einem Katastrophen-Einsatzfahrzeug umgebaut wurde.

 

Ab 1949 gibt es die FF Hasenufer wieder als eigen-ständige Wehr.

Franz Helm wurde am 06. März 1949 zum Wehrführer gewählt.


In den Protokollen des Jahres 1949 scheinen nach vielen kleinen und großen Brandeinsätzen die ersten Einsätze bei Autounfällen auf.

 

Am 24. Juli 1949 wird von einer Auto- und Motorspritzenweihe unter Beteiligung von 13 Vereinen berichtet. Am 11. August wurde die Alarmsirene in Hasenufer installiert. Im Protokollbuch wird im Oktober 1951 auch erstmals vom Einsatz eines Schaumlöschgerätes berichtet.

 

 

Foto: Erste Bewerbsgruppe um 1950
Foto: Erste Bewerbsgruppe um 1950

Die erste Wettbewerbsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Hasenufer wurde ca 1950 gegründet und brachte es mit vielen ersten Plätzen - darunter auch Bezirkssieger - in den kommenden Jahren bis in die siebziger Jahre zur Berühmtheit die weit über unseren Bezirk hinaus ging.


Foto: Doge Baujahr 1941
Foto: Doge Baujahr 1941

Sie trug damit so, wie auch unser Einsatzfahrzeug Doge BJ 1941 mit Seilwinde, mit dem viele Einsätze auch außerhalb

der Gemeinde als Unterstützung anderer Feuerwehren  erfolgreich

abgewickelt wurden, zum guten Ruf unserer Feuerwehr bei.

 

Ab 1951 wurde unter großen, persönlichen Einsatz der Kameraden und mit Mitteln aus großzügigen Spenden der Bevölkerung ein neues Feuerwehrhaus errichtet. Am 11. Juli 1954 fand die Weihe dieses „Zeughauses“ mit Feldmesse und Abschnittstagung statt.

1954 stand im Zeichen von Überschwemmungen und katastrophalen Hochwassern. Unzählige Einsatzstunden mussten sowohl in als auch außerhalb der Gemeinde geleistet werden. So wurde eine Gruppe

der FF Hasenufer zum Schutz des Umspannwerkes in Linz abkommandiert. Die Anlage wurde vom Wasser frei gepumpt und so ein Zusammenbruch des Stromnetzes verhindert. Die Kameraden

wurden direkt vom Festakt zur Segnung des neuen Feuerwehrhauses zum Einsatz gerufen. Diese Einsätze erstreckten sich über mehrere Tage.

 

1956 wurde eine moderne Tragkraftspritze von der Firma Rosenbauer erworben, in Pucking fand am 19. August die Gemeindehaus- und Zeugstättenweihe statt. 1960 wurde Rudolf Grabmair zum Kommandant gewählt. 1967 erwarb die Wehr einen alten Tankwagen.

 

Im Jahr 1968 wurde Wilhelm Lindinger Kommandant. Die Modernisierung schritt nun zügig voran, da auch die technischen Einsätze und der Straßenverkehr stark zunahmen. Moderne Atemschutzgeräte wurden angekauft, der Feuerwehrfunk ausgebaut. 1974 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug gekauft. Über 160.000 Schilling brachte die Wehr für dieses Fahrzeug selbst auf.


Im selben Jahr wurde die erste Jugendgruppe der FF Hasenufer gegründet, mit wenigen, kurzen Unterbrechungen hat die Freiwillige Feuerwehr Hasenufer seitdem eine Feuerwehrjugend, die gut betreut auch bei Wettbewerben und beim Ablegen von Leistungsabzeichen sehr gute Erfolge vorweisen konnte. Kommandant Lindinger erkannte sehr bald die Bedeutung einer gut organisierten Nachwuchs-arbeit für die Feuerwehr.

 

Am 28. Jänner 1981 übernahm Johann Sauer die Führung der FF Hasenufer. 1984 wurde ein neues Kleinlöschfahrzeug in den Dienst gestellt.

 

Ab November 1985 leitete Kommandant Brandstetter, der auch Pflichtbereichskommandant der Gemeinde Pucking war, die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr Hasenufer.

 

1986 wurde im Zweijahres-Intervall eine Feuerlöscher Prüf- und Verkaufsaktion für die Bevölkerung der Gemeinde Pucking eingeführt. Das Feuerwehrhaus wurde umgebaut und erweitert. Die gesamten Sanierungsarbeiten - ca. 1300 Stunden - wurden ausschließlich von Kameraden der FF Hasenufer, wie immer unentgeltlich, durchgeführt. 1987 erfolgte die Gründung einer Atemschutzgruppe unter Zugskommandant Johann Lauss innerhalb der Wehr.

Hydraulisches Bergegerät für Verkehrsunfälle und ein mobiler Stromerzeuger wurden gekauft.


Zwei Autobahnen, der zunehmende Verkehr auf den Gemeindestraßen, Pucking ist seit Beginn der 1980er Jahre stark gewachsen, neue Wohnanlagen und Siedlungen, viele Betriebe, Erweiterung der Volksschule und Kindergarten, all das machten weitere Einsatzfahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände notwendig. Die Kommandanten haben dies mit viel Umsicht und dem nötigen Sparwillen getan. Viele Einsätze konnten dadurch erfolgreich bewältigt werden.

 

Eine Hilfsaktion für die vom Bürgerkrieg schwer getroffene rumänische Bevölkerung wurde vom 16. bis 18. Jänner 1990 durchgeführt und die gesammelten Kleider und Lebensmittel von unseren Kameraden selbst ins Krisengebiet nach Wariasch/Rumänien, dem Geburtsort unseres Kameraden, Franz Müller, vlg. Bachl in Köttsdorf, transportiert.

1993 wurde das 95jährige Bestandjubiläum gefeiert und ein neues Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung eingeweiht. Ebenfalls eine große (historische) Erneuerung für unsere Wehr brachte der Beschluss, in Zukunft auch Frauen in unserer Wehr aufzunehmen. Weitere  wichtige Neuerwerbungen waren 1997 unser leistungsstarker PC und der Einbau einer Alarmzentrale für unsere Rufmeldeempfänger, die die Alarmierungszeiten der Kameraden beträchtlich verkürzt.

 

Ein großartiger Höhepunkt seit ihrem Bestehen war sicherlich 1998 die 100 Jahr-Feier, die an drei Tagen ca. 3.000 Besucher anlockte und zahlreiche Veranstaltungen bot. Hier zeigte sich im besonderen Maße die funktionierende  Zusammenarbeit der Kameraden und der Stellenwert der FF Hasenufer innerhalb der Gemeindebevölkerung.

Der Erlös wurde wie immer für erforderliche Ausrüstung verwendet.

Der damalige Landesfeuerwehrkommandant, LBD Huber, war auch wie zahlreiche Prominente aus Wirtschaft und Politik als Ehrengast und Festredner bei unserer 100 Jahr-Feier 1998

Nach 15 Jahren trat Kommandant Brandstetter von seiner Funktion zurück und ab 28. April 2000 leitete Kommandant Alfred Depner die FF Hasenufer.

Das Jahr 2002 wird wegen der Jahrhundert-Hochwasser-katastrophe  in Österreich,  Oberösterreich  und  vor  allem in

unserem Bezirk und Gemeinde noch lange in schlechter Erinnerung bleiben. Alleine unsere Wehr musste innerhalb von 14 Tagen 96 verschiedene Einsätze abwickeln. Insgesamt waren im August 2002 über 300 Mann der FF Hasenufer an die zweitausend Stunden im Einsatz. Zum Dank wurde vom Land OÖ vielen Kameraden die Medaille für Katastropheneinsatz verliehen.

Im Jahr 2002 wurde endlich ein modernes Einsatzfahrzeug als Ersatz für unser 29 Jahre altes Tanklöschfahrzeug angekauft. Der Ausbildungsstand und Ausrüstung wurden laufend erneuert und verbessert. Durch die Umsichtigkeit der Kommandanten und ihrer Kommandomitglieder war und ist die FF Hasenufer auch finanziell immer sehr gut gestellt.

 

Neuwahlen der FF Hasenufer am 09.06.2004 bei der Eduard Gruber als Kommandant gewählt wurde. Bereits im Dezember 2004 wurde bei einer gemeinsamen Kommandositzung mit den Kameraden der FF Pucking über ein gemeinsames FW Haus gesprochen. Allerdings wurde diese Idee dann nicht weiter verfolgt.

Bei der Schneedruckkatastrophe im Februar 2006 waren die Kameraden der FF Hasenufer in Oberösterreich im Einsatz. Es mussten dabei viele einsturzgefährdete Dächer in den Bezirken Urfahr-Umgebung, Vöcklabruck und Gmunden von den Schneemassen befreit werden.

Im März 2006 wurde aus Eigenmitteln und Sponsorengeldern ein Mannschaftstransport-Fahrzeug (MTF) bzw. Kommandofahrzeug gekauft. Die Eigenleistung der Feuerwehrkameraden bestand aus 290 Stunden. Für den Ankauf wurden keine öffentliche Gelder oder Förderungen in Anspruch genommen.

 

Bereits im November 2007 informierte HBI Gruber Eduard bei der Versammlung die Kameraden, dass das erste Ansuchen unseres neuen FW Hauses in der Gemeinderatssitzung im Dezember 2007 besprochen wird. Dieses Projekt sollte 2010 starten.

 

Im Juni 2008 fand die 110 Jahr Feier sowie der Bezirksbewerb statt. Riesenerfolg für die erste Ferien-Aktion „Ein Tag bei der Feuerwehr“, 39 Kinder nahmen teil.

 

Aufgrund der immer schlimmer werdenden Unwetter wurde 2008 von der Feuerwehr Hasenufer ein Wasser- und Schlammsauger angeschafft. Dieser erleichtert die Arbeit beim Auspumpen der immer zahlreicher überfluteten Keller erheblich.

 

Viele Einsätze nach schweren Gewittern Ende Juni und Juli 2009. Bei den folgenden Aufräumarbeiten verletzt sich auch unser Kommandant Gruber erheblich, liegt einige Wochen im Krankenhaus, daher übernimmt Markus Klinglmair die Funktion des Kommandanten.

 

Am 16. September 2009 Neuwahlen des Kommandanten, da Kommandant Gruber aus eigenem Wunsch sein Amt zurücklegt. Markus Klinglmair wird zum neuen Kommandanten gewählt.

 

Im September 2009 wurde auch über das neue FW Haus gesprochen. Es ist jetzt ein gemeinsames Projekt mit der FF Pucking, da es für ein eigenes neues FW Haus keine Fördermittel mehr gibt. Dieses Ziel wird nun mit Nachdruck verfolgt.

 

Im Dezember 2010 wurde das neue Löschfahrzeug bewilligt. In diesem Monat fand auch ein Gespräch mit LR Max Hiegelsberger  statt. Thema war das dringend notwendig gewordene, gemeinsame Feuerwehrhaus. Es wurde als Projekt getrennt für zwei Feuerwehren begonnen. Architektenwettbewerb für das neue FW-Haus wurde gestartet. Es besteht bereits eine Projektgruppe aus Kameraden der beiden Feuerwehren. In langwierigen Verhandlungen unter verdienstvoller, ausgleichender Führung des Vizebürgermeisters, Franz Almesberger, wurde der Beschluss gefasst, gleichzeitig mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses auch eine gemeinsame Feuerwehr Pucking-Hasenufer zu gründen.

 

Die erste Bauverhandlung findet Ende November 2012 statt.

 

Feuerwehrwahlen im März 2013, wobei HBI Klinglmair Markus wieder zum Kommandanten gewählt wurde. Unser neues bereits 2010 genehmigtes Löschfahrzeug (LF-A) wurde im April geliefert. Unser Dank gilt den Kameraden für die Intensiven Arbeiten.

 

Nach dem Hochwasser im Juni 2013 wurden die Kameraden der FF Hasenufer zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehren im schwer getroffenen Goldwörth eingeteilt.

Spatenstich  für  das  neue Feuerwehrhaus   am   28. Februar 2014. Jetzt beginnen die gemein-samen Arbeiten für eine erfolgreiche Zukunft einer neuen Feuerwehr im Jahr 2015.

Fahrzeugweihe unseres neuen LF-A im Mai 2014 nach der Florianimesse. Patin des neuen Einsatz-fahrzeuges ist Christina Steindl.

 

Im Juli 2014 wurde in einer Kommandositzung der Wahlausschuss für die neu zu gründende Feuerwehr bestimmt, Einrichtung Festausschuss.

 

Mannschaftsstand Freiwillige Feuerwehr Hasenufer im Dezember 2014:

48 Mitglieder, davon 36 Aktive, 4 Kameraden der Reserve, 8 Jung-Feuerwehrmänner.

 

Durch den starken Zuzug in die Marktgemeinde, die Betriebsansiedelungen der letzten Jahre und das hohe Verkehrsaufkommen (zwei Autobahnen und große Einkaufszentren in den angrenzenden Gemeinden) sind die Aufgaben der Feuerwehr vielfältiger, technisch anspruchsvoller und manchmal wohl auch gefährlicher geworden. Leider engen zunehmend bürokratische Hürden - wenn auch vermutlich gut gemeint - die freiwillige Arbeit der Feuerwehren ein und durch die Vielschichtigkeit der Aufgaben sind Mitglieder und Kommandant stark gefordert.                       

 

WIR DANKEN DER BEVÖLKERUNG FÜR IHRE IMMER GROSSZÜGIGE UNTERSTÜTZUNG!

 

 

EAW Alfred Schramm